Process Mining für alle

Momentan reden viele Process Mining-Toolanbieter über die „Demokratisierung des Process Mining“. Die Idee dahinter ist einfach und überzeugend: die Zutrittsbarriere zu Process Mining zu senken und jedem, der Interesse hat, einen kurzen Einblick zu geben, was möglich ist.

In der Vergangenheit erforderte Process Mining erhebliche Vorab-Investitionen, und einige Funktionen der Process Mining-Software konnten, völlig unabhängig vom Anbieter, lediglich von Data Scientists korrekt bedient werden. Nun werden neue Apps bzw. abgespeckte Softwarepakete kostenfrei angeboten, und durch die vorhandene Vielzahl an Standard-Konnektoren braucht es für die Anbindung neuer Prozesse nicht mehr, als ein paar Klicks.

Wird das dem Process Mining endlich zum richtigen Durchbruch verhelfen?

Fakt ist, dass die Zielgruppe deutlich erweitert wird. Aufgrund der bereits zuvor beschriebenen erforderlichen Investitionen und Fähigkeiten beschränkte sich die Haupt-Zielgruppe bislang auf Konzerne und große Mittelständler. Nun werden ganz bewusst auch kleinere Unternehmen und Start-Ups angesprochen. Auch bei ihnen macht Process Mining Sinn – weil häufig eine Person mehrere Aktivitäten ausführt, Abläufe nicht dokumentiert sind oder aber auch, um den Wildwuchs an Prozessen, der aus einer Hands-on-Mentalität in Phasen rasanten Wachstums entsteht, im Blick zu behalten und einzudämmen.

In gleichem Maße, wie sich die Zielgruppe erweitert, werden mehr Menschen über Process Mining und seine Möglichkeiten sprechen. Gut so!

Aber wie geht es dann weiter? Reichen die Erkenntnisse, die mittels der abgespeckten Produkte erzielt werden können, aus, um ein nachhaltiges Interesse an Process Mining und ein Marktwachstum zu generieren? Wie geht man mit komplexeren Fällen um, für die es keine Standard-Konnektoren gibt? Und wie werden die bestehenden Kunden reagieren, die aktuell die teuren Vollversionen lizensiert haben und nun ständig hören, dass es auch umsonst und ganz einfach geht?

Nach meiner Überzeugung befinden wir uns aktuell in einer Zwischenphase, was in Teilen auch der Wettbewerbssituation mit immer mehr Anbietern geschuldet sein mag. Eine Zweiteilung des Marktes wird sich dauerhaft nicht aufrechterhalten lassen. Es wird vermutlich eine Konsolidierung unter den Anbietern geben. Und es wird Lizenzmodelle aus einem Guss brauchen, die Faktoren wie Unternehmensgröße und Prozesskomplexität adäquat und transparent abbilden.

Ob groß oder klein: wir unterstützen unsere Kunden gerne dabei, das beste Tool für ihre konkreten Fragestellungen zu finden und Mehrwert aus ihren Process Mining-Initiativen zu ziehen.